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Aktuelles

Neue Autorin: Astrid Saalbach

Das auf Deutsch vorliegende Werk der dänischen Autorin ist ab sofort beim Theater­stück­verlag verfügbar » mehr

70 Jahre Israel

Am 14.5.1948 wurde das Land im Nahen Osten gegründet » mehr

200. Geburtstag von Karl Marx

Der Vordenker des Kommu­nismus wurde am 5. Mai 1818 in Trier geboren » mehr

Deutschsprachige Erstaufführung

„Regarding the Bird“ (Die Sache mit dem Vogel) von Nitzan Cohen am Theater der jungen Welt Leipzig » mehr

Junges Musiktheater

mit „Romeo & Zeliha“, „Jupp – Ein Maulwurf auf dem Weg nach oben“ u.v.m. » mehr

„In den Wassern der Sprache“

Am 22. März ist Weltwassertag » mehr

Kampf für Gleichberechtigung

Am 8. März ist Internationaler Frauentag » mehr

Erfolge bei Kaas&Kappes 2018

Auszeichnungen für Schönfelder und van Klaveren » mehr

75. Todestag von Louise Jacobson

Die „französische Anne Frank“ wurde 1943 in Auschwitz ermordet » mehr

„Die Autorenflüsterin“

SZ-Porträt von Brigitte Korn-Wimmer » mehr

Ausblick auf die Spielzeit 2017/18

2018: 100 Jahre Ende Erster Weltkrieg » mehr

Fußball WM 2018

zwei Stücktipps » mehr

Premieren

Fr ◊ 25.5.2018
Det Norske Teatret

Fiskar, søv dei? (Schlafen Fische?)
von Jens Raschke
Norwegische Erstaufführung

So ◊ 27.5.2018
Burgfestspiele Mayen

Das Dschungelbuch
von Rudyard Kipling/ Rüdiger Pape
Premiere

Mo ◊ 28.5.2018
Burgfestspiele Mayen

Die Nibelungen – Ich bin nicht Siegfried!
von Jürgen Flügge
Premiere

Do ◊ 31.5.2018
Mecklenburgisches Staatstheater

35 Kilo Hoffnung
von Anna Gavalda/ Petra Wüllenweber
Premiere

Mi ◊ 6.6.2018
Clingenburg Festspiele

Tortuga
von Paul Steinmann
Premiere

Fr ◊ 15.6.2018
Theater Tiefrot

Die Geschichte von den Pandabären
von Matéï Visniec
Premiere

Sa ◊ 16.6.2018
Phosphor Theater

Schwestern
von Theo Fransz
Premiere

» alle Premieren
Szenische Lesung 28.2.2018
Stadt- und Kreisbibliothek „Edlef Köppen“
Genthin

Risse in den Wörtern

von Rike Reiniger

Sascha, ein suspendierter Soldat, ist vorgeladen, um vor einer Untersuchungskommission zu einer Dienstpflichtverletzung auszusagen, der er sich während seines Afghanistan-Einsatzes schuldig gemacht haben soll. Die Antworten der Figur auf die Befragung entwickeln folgenden Konflikt:
Während der praktischen Ausbildung und politischen Schulung tauchen Fragen auf, die alle gleichermaßen mit „Verteidigung unserer Werte“ (nicht) beantwortet werden. Beim Einsatz in Afghanistan gerät Sascha in ein Gefecht, in dessen Verlauf ein deutscher Soldat und ein Taliban ums Leben kommen. Während der Ehrenwache für den toten Freund stellt Sascha sich den anderen Toten vor. Auf Anordnung des verbündeten afghanischen Dorfvorstehers, liegt der Leichnam als Drohung an die Taliban und ihre Sympathisanten unbestattet auf dem Marktplatz. Sascha klammert sich an die Rede von der „Verteidigung unserer Werte“. Welche Werte sind das? Sascha denkt an die Würde des Menschen, die unantastbar ist und doch von dem verbündeten Dorfvorsteher ignoriert wird.
Im Bewusstsein, dass daraus ein Machtkampf mit dem Dorfvorsteher und also auch eine Gefahr für das eigene Camp entstehen könnte, nimmt Sascha sich trotzdem einen Wagen, fährt zum Dorf, lädt den Leichnam auf und bringt ihn zum Friedhof. Bevor er ihn bestatten kann, wird er gestellt, vom Dienst suspendiert und nach Hause geschickt.
Sascha gibt die Dienstpflichtverletzung unumwunden zu. Seine Entlassung akzeptiert er als Folge einer Handlungsweise, die für ihn notwendig war, um dem Tod des Freundes eine Spur von Sinn zu geben. Nur langsam versteht er, dass die Kommission gar nicht vorhat, ihn zu verurteilen. Sie beschließt, dass es sich bei der Dienstpflichtverletzung um eine Belastungsreaktion auf das traumatische Ereignis handelt. Damit zieht sie Sascha den Boden unter den Füßen weg. Nicht nur dem Tod des Freundes, auch seinem eigenen Leben wird so Sinnhaftigkeit verweigert.
Verzahnt ist Saschas Erzählung sowie sein Schlussplädoyer mit Zitaten Edlef Köppens, vor allem aus dessen bekanntestem Roman ‚Heeresbericht‘. Auch Köppen war Soldat, zog wie so viele seiner Generation 1914 sogar mit großer Überzeugung in den Ersten Weltkrieg. Als er jedoch gegen Kriegsende die Sinnhaftigkeit des ganzen Unterfangens infrage stellte, wurde auch er für verrückt erklärt und eingewiesen. Dabei war für Köppen doch alles ganz einfach: „Ich bin nicht zu bedauern, ich bin nicht krank, ich bin nicht verrückt, ich will nicht entschuldigt werden, ich sage Ihnen, ich weiß, was ich tue. Es geht um nichts anderes als darum, zu sagen: Ich, ich, ich mache den Krieg nicht mehr mit. Ich mache den Krieg nicht mehr mit.“

www.bibliothek-genthin.de/veranstaltungen/7/1941763/2018/02/28/szenische-lesung-%E2%80%9Erisse-in-den-w%C3%B6rtern%E2%80%9C.html

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