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Aktuelles

Jubiläum

Cornelia Funke wird 60 » mehr

Nestroy – Der Wiener Theaterpreis 2018

Auszeichnung & Nominierungen für Wüllenwebers DIE WEISSE ROSE » mehr

Literaturfest München 2018

Mit Doris Dörrie als Moderatorin » mehr

Ein „Punk-Kasperl“ wird 70

Georg Ringsgwandl feiert runden Geburtstag » mehr

Oper für alle!

Bei uns gibt es Musiktheater für jede Altersklasse » mehr

Auszeichnung für tim – Theater ist mehr

Publikumspreis für NAME: SOPHIE SCHOLL » mehr

DIE VERLORENEN KÖRPER

Uraufführung des Stücks von José Manuel Mora am Teatro Español » mehr

Neue Stücke (von neuen Autor*innen) II

Eine weitere Auswahl unserer Neuigkeiten » mehr

Neue Stücke (von neuen Autor*innen)

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Das letzte Breitmaulnashorn

Vor einem halben Jahr verstarb Bulle Sudan » mehr

100 Jahre November 1918

Stückideen zum Ende des Ersten Weltkriegs » mehr

Mondscheiner

Andri Beyelers Stück gibts jetzt in überarbeiteter Neufassung auch im Printformat » mehr

Grund zum Feiern in 19/20

Drei runde Geburtstage in der kommenden Spielzeit » mehr

Zurück aus der Sommerpause

Die neue Spielzeit beginnen wir mit je zwei Ur- und Erstaufführungen » mehr

Ausgezeichnet!

Preise, Nominierungen, Auswahllisten » mehr

Premieren

Do ◊ 22.11.2018
Theater Forum

Migraaaanten!
von Matéï Visniec
Deutschsprachige Erstaufführung

Fr ◊ 23.11.2018
Theater des Kindes

Ox & Esel
von Norbert Ebel
Premiere

Fr ◊ 23.11.2018
Freie Theaterproduktion

Ox & Esel
von Norbert Ebel
Premiere

Sa ◊ 24.11.2018
JungesSchauSpielHaus

Tiere im Hotel
von Gertrud Pigor
Uraufführung

So ◊ 25.11.2018
Kinder- und Jugend­theater Speyer

Donnerwätter
von Magrit Bischof/ Werner Bodinek/ Enrico Beeler
Premiere

So ◊ 25.11.2018
Junges Theater Augsburg

Lotte
von Doris Dörrie
Uraufführung

Mo ◊ 26.11.2018
Stadttheater Gießen

Jupp – Ein Maulwurf auf dem Weg nach oben
von Gertrud Pigor/ Jan-Willem Fritsch
Premiere

Sa ◊ 1.12.2018
Next Liberty

Ox & Esel
von Norbert Ebel
Premiere

» alle Premieren
Szenische Lesung 28.2.2018
Stadt- und Kreisbibliothek „Edlef Köppen“
Genthin

Risse in den Wörtern

von Rike Reiniger

Sascha, ein suspendierter Soldat, ist vorgeladen, um vor einer Untersuchungskommission zu einer Dienstpflichtverletzung auszusagen, der er sich während seines Afghanistan-Einsatzes schuldig gemacht haben soll. Die Antworten der Figur auf die Befragung entwickeln folgenden Konflikt:
Während der praktischen Ausbildung und politischen Schulung tauchen Fragen auf, die alle gleichermaßen mit „Verteidigung unserer Werte“ (nicht) beantwortet werden. Beim Einsatz in Afghanistan gerät Sascha in ein Gefecht, in dessen Verlauf ein deutscher Soldat und ein Taliban ums Leben kommen. Während der Ehrenwache für den toten Freund stellt Sascha sich den anderen Toten vor. Auf Anordnung des verbündeten afghanischen Dorfvorstehers, liegt der Leichnam als Drohung an die Taliban und ihre Sympathisanten unbestattet auf dem Marktplatz. Sascha klammert sich an die Rede von der „Verteidigung unserer Werte“. Welche Werte sind das? Sascha denkt an die Würde des Menschen, die unantastbar ist und doch von dem verbündeten Dorfvorsteher ignoriert wird.
Im Bewusstsein, dass daraus ein Machtkampf mit dem Dorfvorsteher und also auch eine Gefahr für das eigene Camp entstehen könnte, nimmt Sascha sich trotzdem einen Wagen, fährt zum Dorf, lädt den Leichnam auf und bringt ihn zum Friedhof. Bevor er ihn bestatten kann, wird er gestellt, vom Dienst suspendiert und nach Hause geschickt.
Sascha gibt die Dienstpflichtverletzung unumwunden zu. Seine Entlassung akzeptiert er als Folge einer Handlungsweise, die für ihn notwendig war, um dem Tod des Freundes eine Spur von Sinn zu geben. Nur langsam versteht er, dass die Kommission gar nicht vorhat, ihn zu verurteilen. Sie beschließt, dass es sich bei der Dienstpflichtverletzung um eine Belastungsreaktion auf das traumatische Ereignis handelt. Damit zieht sie Sascha den Boden unter den Füßen weg. Nicht nur dem Tod des Freundes, auch seinem eigenen Leben wird so Sinnhaftigkeit verweigert.
Verzahnt ist Saschas Erzählung sowie sein Schlussplädoyer mit Zitaten Edlef Köppens, vor allem aus dessen bekanntestem Roman ‚Heeresbericht‘. Auch Köppen war Soldat, zog wie so viele seiner Generation 1914 sogar mit großer Überzeugung in den Ersten Weltkrieg. Als er jedoch gegen Kriegsende die Sinnhaftigkeit des ganzen Unterfangens infrage stellte, wurde auch er für verrückt erklärt und eingewiesen. Dabei war für Köppen doch alles ganz einfach: „Ich bin nicht zu bedauern, ich bin nicht krank, ich bin nicht verrückt, ich will nicht entschuldigt werden, ich sage Ihnen, ich weiß, was ich tue. Es geht um nichts anderes als darum, zu sagen: Ich, ich, ich mache den Krieg nicht mehr mit. Ich mache den Krieg nicht mehr mit.“

www.bibliothek-genthin.de/veranstaltungen/7/1941763/2018/02/28/szenische-lesung-%E2%80%9Erisse-in-den-w%C3%B6rtern%E2%80%9C.html

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