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Nah dran! 2019

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Der Reigen

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Premieren

So ◊ 2.6.2019
tjg dresden

Ginpuin
von Barbara van den Speulhof/ Winnie Karnofka
Premiere

Fr ◊ 21.6.2019
TiG Theater im Gärtnerviertel

Cyrano
von Edmond Rostand/ Jo Roets/ Greet Vissers
Premiere

So ◊ 23.6.2019
Junges Theater Regensburg

Das verrückte Wohnzimmer
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Premiere

Fr ◊ 5.7.2019
LT Oberpfalz

Die weiße Rose
von Jutta Schubert
Premiere

Di ◊ 9.7.2019
Theater Rudolstadt

Die Kartoffelsuppe
von Marcel Cremer/ Helga Schaus
Premiere

Di ◊ 23.7.2019
Dehnberger Hof Theater

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von Carlo Collodi/ Peter‑Jakob Kelting/ Jürg Schlachter
Premiere

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Werkstattinszenierung Autorentheatertage 2014
Andri Beyeler  the killer in me is the killer in you my love
Berlin

Erfolgssprung vom Dreier

„Zugegeben, ein bisschen stolz bin ich schon, dass eines ‘meiner‘ Stücke bei der ‘Langen Nacht der Autoren‘ vertreten ist. Ich hatte Andri Beyelers ‘the killer in me is the killer in you my love‘ als Jurorin für die Autorentheatertage 2002 in Hamburg ausgewählt, lang ist‘s her. Es war mein Lieblingsstück unter damals 140 eingesandten Texten, und ich weiß noch, wie es mich beim Lesen sofort ansprang mit seiner gewitzt rhythmisierten Sprache, seiner offenkundigen Jugendgefühlskompetenz, seinem so besonderen, eigenen Ton. Was für ein Fund-Stück! Die Thalia-Dramaturgie war auch ganz happy, und die Werkstattinszenierung von Jorinde Dröse kam bei der ‘Langen Nacht‘ damals so gut an, dass sie in der folgenden Spielzeit zur offiziellen Uraufführung ausgebaut und in den regulären Spielplan des Thalia Theaters in der Gaußstraße übernommen wurde. Was ein erster wichtiger Schritt war auf dem Erfolgsweg dieses Stückes. So viel schon mal zum Thema ‘Nutzen und Nachhaltigkeit‘ der Autorentheatertage.
Nun hat also mein geschätzter Kollege Till Briegleb in derselben Juroren-Funktion zum ‘Innehalten‘ aufgerufen – und sich, statt einen Berg neuer Stücke anzufordern und durchzuforsten, die rund 70 Siegerstücke aus zwanzig Jahren Festivalgeschichte zu Gemüte geführt. Eine Bestandsaufnahme, die mal ganz wohltuend ist. Dass zu den vier Stücken, die er dabei als die Besten der Besten auswählte, Andri Beyelers ‘the killer ...‘ zählt, freut mich als ‘Patin‘ natürlich ganz besonders. Für Beyeler, den 1976 in Schaffhausen geborenen Schweizer, ist es eine weitere Bestätigung und Würdigung seiner frühen Könnerschaft. Mit ‘the killer in me is the killer in you my love‘ [...] ist ihm als 25-jähriger Autor so etwas geglückt wie der ‘erste Kopfsprung vom Dreier‘, wie er in dem Stück dem jungen Gerber gelingt, kein ‘Bauchklatscher‘, sondern eine schöne, runde Sache, die den Zuschauern Respekt abringt.
Theaterstücke zu lesen, ist anstrengend. [...] Wie beglückend und hirnmusbereinigend ist es da, auf ein Stück mit ‘Öha!‘-Effekt zu stoßen. Wo man sofort weiß: Wow, das ist gut, das hat was, das fließt. Da fasst dich beim Lesen gleich etwas an und zieht dich rein in den Text, in eine Geschichte womöglich sogar – sei es der Ton, der Rhythmus, der Humor, ein Gefühl von Glaubwürdigkeit, Authentizität oder, auch das ist ein guter Grund, die Liebe (oder zumindest ein Bekenntnis) zu den Figuren. Und so entsteht dann eine Welt. Was ein gutes Stück auszeichnet, ist der volle, satte Dreiklang aus Inhalt, Sprache und Form. Das ist das Geheimnis. Ganz einfach. Ungeheuer schwer.
‘the killer in me is the killer in you my love‘ ist zunächst einmal ein Sommerstück, ein Freibadstück, ein Jugendstück. Ein ‘Frühlings Erwachen‘ im Frühsommer – gefolgt von einem nüchternen Erwachen im Spätsommer. Die Figuren sind Heranwachsende mit sehr vertrauten Nöten und Ritualen: Imponiergehabe, Liebeskummer, erste Zigaretten. [...]
Eine einfache Geschichte, banal eigentlich. Und doch ganz großartig in ihrer Dringlichkeit, leisen Traurigkeit und Pubertäts-Souveränität. Vor allem auch in ihrer Sprachsouveränität. Wie Andri Beyeler jede Szene – stets mit kleinen individuellen Akzentverschiebungen – aus den unterschiedlichen Blickwinkeln seiner vier Protagonisten schildert, fast immer in Ich-Form, kaum je im direkten Dialog; wie er atemlose Monologblöcke dazwischen setzt und durch Wortwiederholungen und sprachliche Rösselsprünge das Gefühl von Hetze, Hitze, Aufgeregtheit erzeugt, ist von großer Kunstfertigkeit. Die Sprache kündet von Triebkraft, Getriebenheit, manisch-panischer Gegenwartsbeschwörung. Beyeler peitscht die Sätze förmlich an, rhythmisiert sie und gibt ihnen die Sporen. So entsteht ein rauschhafter Sog. Auch ein ganz eigener Sound. ‘the killer in me is the killer in you my love‘ bezieht sich nicht ohne Grund auf einen Song, es ist auch selber ein Stück Sprachmusik.
Das Stück hat eine beachtliche Aufführungsgeschichte hingelegt, wurde vielfach nachgespielt (in Bamberg 2011 sogar in einem Hallenbad), mit dem Deutschen Jugendtheaterpreis 2004 ausgezeichnet, ins Französische und Russische übersetzt. Es hat überdauert. Und schaut jetzt noch mal da vorbei, von wo es vor zwölf Jahren auf Erfolgskurs gegangen ist. ‘Innehalten‘ schön und gut. Aber dass die Autorentheatertage Sinn machen und es auch Sinn macht, wenn sie weitermachen, dafür ist dieses kleine, feine Stück ein gutes Beispiel.“ (Christine Dössel)

Autorentheatertage Blog 2014 16.06.2014

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