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150. Todestag

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Premieren

So ◊ 1.3.2020
Junges Theater Heidelberg

Die Flut
von Charles Way
Premiere

Di ◊ 3.3.2020
Mittelsächsisches Theater

Petty Einweg
von Jens Raschke
Premiere

Sa ◊ 7.3.2020
Staatstheater Kassel

Das Gesetz der Schwerkraft
von Olivier Sylvestre
Premiere

Sa ◊ 7.3.2020
Wuppertaler Kinder- und Jugendtheater

Zwei Monster
von Gertrud Pigor
Premiere

Do ◊ 19.3.2020
Theater Plauen Zwickau

Auf Eis
von Petra Wüllenweber
Premiere

So ◊ 22.3.2020
Junges Theater Heilbronn

Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute
von Jens Raschke
Premiere

Sa ◊ 28.3.2020
Junges Theater Lörrach

Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute
von Jens Raschke
Premiere

Do ◊ 2.4.2020
Hochschule für Musik und Darstellende Kunst

Der Reservist
von Thomas Depryck
Premiere

Fr ◊ 17.4.2020
Junges LT Linz

Die Weiße Rose
von Petra Wüllenweber
Premiere

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Premiere
Jens Raschke  Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute
Theater Koblenz, Probebühne 2

Die Kraft des Theaters in einem Jugendstück über den Holocaust

Jens Raschkes geniales Schauspiel […] auf der Probebühne 2 in Koblenz
Rund um den 75. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau wird immer wieder die Frage gestellt: Wie kann man, soll man, muss man über den Holocaust reden? Wie halten wir die Erinnerung an unvorstellbares Leid, Grauen und Unrecht am Leben? Eine noch schwierigere Frage, nämlich wie man mit Kindern diesem Thema begegnen kann, beantwortet der Dramatiker Jens Raschke mit seinem Schauspiel, das 2014 den Kindertheaterpreis gewann und mit seinem Titel einfach nicht in eine Überschrift passt: WAS DAS NASHORN SAH, ALS ES AUF DIE ANDERE SEITE DES ZAUNS SCHAUTE.
[…] Eine Fabel also, um über diese Zeit zu erzählen? Das klingt so seltsam, wie es einem vielleicht auch in den ersten Minuten der Neuproduktion des Stücks auf der Probebühne 2 des Koblenzer Theaters vorkommen mag. Das aufwendige Bühnenbild verrät mit Schwarz-Weiß-Filmprojektionen schon in etwa, worum es geht: Menschen marschieren zum Ausflug ins Lager Buchenwald. Kurz nach Kriegsende führten die Amerikaner die oftmals zumindest angeblich ahnungslosen Deutschen aus dem nahen Weimar an den Ort des Schreckens. Dieser Marsch wird auf eine Wand aus Kleidern projiziert, die an Bündel von Anstaltskleidung erinnert. Dann kommen die Schauspieler wie zufällig hinzu, starten die Aufführung, die putzig beginnt und sich zu frappierender Eindrücklichkeit aufschwingt. 95 Minuten lang lässt Regisseur Eberhard Köhler effektvoll die Muskeln des Theaters spielen […]. Wer sich mit der Geschichte dieser Zeit auskennt, wird reihenweise Zitate und Verweise erkennen, aber auch ganz ohne diese Kenntnis stellt sich unweigerlich in diesem Stück die Frage: Würdest du hinsehen, wenn Unrecht geschieht? Was würdest du tun? Bist du […] Papa Pavian, der ganz zufrieden ist mit seinem bisschen Frieden, für den man sich nur an die Herrschenden anpassen muss. Oder bist du der Bär, der die Augen nicht verschließen kann vor dem Regime der Gestiefelten, das einmal ohne jeden triftigen Grund einen Gefangenen erschießt.
Schon lange vor dieser zentralen Stelle, die mithilfe zweier Puppen vom Mord an einem Häftling und dem Freitod einer Mitgefangenen erzählt, ist die anfängliche Possierlichkeit samt humoriger Einsprengseln des Stücks einer tiefen Ernsthaftigkeit und Betroffenheit im Publikum gewichen.
[…] Am Ende hat jeder verstanden, was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute. Und auch, was darauf folgte. […] Ein Stück Kinder- und Jugendtheater für alle, und das in einer Inszenierung und Produktion, die man nur als Geschenk begreifen kann.

Rhein-Zeitung 31.01.2020
http://www.rhein-zeitung.de/deutschland-und-welt/kultur_artikel,-die-kraft-des-theaters-in-einem-jugendstueck-ueber-den-holocaust-_arid,2084843.html

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