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Englischsprachige Erstaufführung

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Wir beginnen die Zwanziger mit zwei Erstaufführungen » mehr

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Wildwechsel Festival 2019

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150. Todestag

Alexandre Dumas verstarb am 5. Dezember 1870 » mehr

Premieren

So ◊ 1.3.2020
Junges Theater Heidelberg

Die Flut
von Charles Way
Premiere

Di ◊ 3.3.2020
Mittelsächsisches Theater

Petty Einweg
von Jens Raschke
Premiere

Sa ◊ 7.3.2020
Staatstheater Kassel

Das Gesetz der Schwerkraft
von Olivier Sylvestre
Premiere

Sa ◊ 7.3.2020
Wuppertaler Kinder- und Jugendtheater

Zwei Monster
von Gertrud Pigor
Premiere

Do ◊ 19.3.2020
Theater Plauen Zwickau

Auf Eis
von Petra Wüllenweber
Premiere

So ◊ 22.3.2020
Junges Theater Heilbronn

Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute
von Jens Raschke
Premiere

Sa ◊ 28.3.2020
Junges Theater Lörrach

Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute
von Jens Raschke
Premiere

Do ◊ 2.4.2020
Hochschule für Musik und Darstellende Kunst

Der Reservist
von Thomas Depryck
Premiere

Fr ◊ 17.4.2020
Junges LT Linz

Die Weiße Rose
von Petra Wüllenweber
Premiere

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Bild
© Markus und Erik The

Adé, Monika The

Wir trauern um unsere Übersetzerin

Unser niederländischer Autor, Theo Fransz, hat mir die traurige Nachricht überbracht, dass Monika The verstorben ist.
Geboren am 05. September 1940, mitten im Zweiten Weltkrieg in Berlin, war sie eine deutsche, literarische Übersetzerin, die seit den 1970er Jahren Belletristik, Theaterstücke, und Sachbücher aus dem Niederländischen ins Deutsche übertragen hat. Sie war natürlich nicht nur unsere langjährige Übersetzerin. Allein auf www.theatertexte.de finden sich 50 Einträge mit Monika The als Übersetzerin (davon 23 Treffer im Theaterstückverlag).
Nach der Überwindung einer schweren Krebserkrankung vor etwa zehn Jahren litt sie seit Längerem an einem Lungenemphysem, was ihr das Leben nicht gerade leicht gemacht hat.
Erst Mitte Januar 2020 habe ich in Leipzig mit der Ausstatterin, Bettina Weller, einer Freundin von Monika, über sie und ihre hervorragende Arbeit gesprochen.
Sie beschritt gerne unkonventionelle Wege, konnte auch sperrig sein, wodurch man es manchmal nicht leicht mit ihr hatte, weder als Autor*in, noch als Lektor*in. Die Qualität ihrer Arbeiten gab ihr aber letzten Endes recht. Da Blessuren beim Übersetzen unvermeidlich sind, galt für sie immer, diese sensibel und sprachmächtig zu minimieren. Es war wundervoll, wie es Monika gelang, den Rhythmus ebenso schön einzufangen, wie die Einsprengsel aus Umgangs- und Fachsprache, wenn die Sätze dem Prinzip der Steigerung oder, umgekehrt, der kunstvollen Einschränkung folgten, wenn diese Sätze beweglich waren, ab und an weite Bögen zogen. Monika übertrug präzise nicht nur den Inhalt des Ausgangstextes, sondern auch seine Zwischentöne, die Stillage, Assoziationen und Anspielungen. Sie verband stetes Engagement mit Sachkompetenz und einem subtilen Verständnis für die feinen Nebenklänge im Schreiben eines Autors/einer Autorin. Sie empfand sprachlich lebhaft nach, traf den Ton des Originals durch den Gleichklang zwischen dem eigenen Empfinden und dem des Schriftstellers/der Schriftstellerin und fand gleichzeitig originelle Lösungen für den eigenwilligen, bildhaften Stil ihrer Autor*innen. Sie hatte ein großes Gespür für Satzbetonung und –melodie, sprachbezogene Gestaltung und für die Färbung einer Figurenrede. Und vermutlich hatte kaum jemand ein empfindsameres Ohr für einen falschen Zungenschlag. Sie verlieh übersetzten Texten eine lebendige Gestalt, in der all ihr Eigentümliches aufgehoben war und zugleich als Vertrautes erschien.

„Ich bin verrückt. Sie haben Recht. Du spukst in meinem Kopf herum, und ich kann dich nicht mal dazu bringen, zu sagen, dass du bleibst. Du bist nicht echt.“ (Mathilde in Theo Fransz, SCHWESTERN)
Monika The wird noch da sein, sie wird durch ihr übersetzerisches Werk bei uns bleiben.

Am Sonntag, den 19. Januar 2020, ist sie im Alter von 79 Jahren in Amsterdam friedlich eingeschlafen. Im September wäre sie 80 geworden. Theo Fransz hat es so formuliert: „Eine großartige, manchmal komplizierte, aber dann wieder so nette Freundin ist auf Reise gegangen.“
Wir trauern um den außergewöhnlichen Menschen Monika The und möchten ihren engsten Angehörigen, allen voran den beiden Söhnen und Freunden, unser tiefstes Beileid aussprechen.

(Brigitte Korn-Wimmer, 21.01.2020)