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Ehrungen für Mirjam Pressler

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DIE VERLORENEN KÖRPER

Uraufführung des Stücks von José Manuel Mora am Teatro Español » mehr

Premieren

Do ◊ 21.2.2019
TheaterJugendClub Theater Rudolstadt

Heute ist ein guter Tag
von Ann-Christin Focke
Premiere

Fr ◊ 1.3.2019
Regionentheater aus dem schwarzen Wald

… und morgen die ganze Welt
von Jürgen Eick
Premiere

Mi ◊ 6.3.2019
Teatro Español

Moje holka, moje holka
von Amaranta Osorio/ Itziar Pascual
Uraufführung

Sa ◊ 9.3.2019
Theater der jungen Welt

Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute
von Jens Raschke
Premiere

So ◊ 10.3.2019
JUST – Junges Staatsschauspiel

35 Kilo Hoffnung
von Petra Wüllenweber
Premiere

Do ◊ 14.3.2019
Theater an der Rott / Junge Hunde

Wer nicht träumt, ist selbst ein Traum
von Jens Raschke
Uraufführung

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Bild

Wir trauern um Mirjam Pressler

Die Autorin und Übersetzerin starb im Alter von 78 Jahren

Erst vor zwei Wochen konnten wir noch voller Freude über die bedeutenden Auszeichnungen berichten, die Mirjam Pressler diesen Winter zuteil wurden. Nun ist die Autorin und Übersetzerin zahlreicher Bücher nach langer Krankheit am vergangenen Mittwoch im Alter von 78 Jahren in Landshut gestorben.

Mirjam Pressler wurde 1940 als uneheliches Kind in Darmstadt geboren. Obwohl für sie, die in prekären Verhältnissen zwischen Pflegefamilie und Kinderheim aufwuchs, das Lesen schon immer eine Überlebensstrategie darstellte („Lesen lernen heißt leben lernen“, so auch der Titel eines 2001 von ihr gehaltenen Vortrags), fand sie selbst erst im Alter von 40 Jahren zum Schreiben. Zwischenzeitlich hatte sie an der Akademie für Bildende Künste in Frankfurt am Main studiert, ein Jahr lang in einem israelischen Kibbuz gelebt, war 1970 nach München zurückgekehrt, hatte einen israelischen Mann geheiratet und sich wieder von diesem scheiden lassen. Die drei gemeinsamen Töchter zog sie danach in einer Münchener Wohngemeinschaft lebend allein auf. Während sie dort jobbend die Familie ernährte, begann sie aus Wut über die Lektüre ihrer Töchter, selbst Geschichten zu verfassen.
Ihr so entstandenes Erstlingswerk, der Jugendroman Bitterschokolade wurde noch 1980 mit dem Oldenburger Jugendliteraturpreis ausgezeichnet und sollte mit bis heute 400.000 verkauften Exemplaren ihr erfolgreichstes Werk werden. Im Laufe der Jahre kamen dazu noch über fünfzig weitere Titel der Kinder- und Jugend-, aber auch der Erwachsenenliteratur.
Später begann Mirjam Pressler neben dem Verfassen eigener Texte, die Werke anderer Literaten zu übersetzen, zunächst aus dem Niederländischen, später dann auch aus dem Hebräischen. Damit machte sie die Romane zeitgenössischer israelischer Schriftsteller wie Amos Oz oder Lizzie Doron dem deutschen Publikum zugänglich. Von besonderer Bedeutung ist außerdem ihre Übersetzung der vollständigen kritischen Ausgabe der Tagebücher der Anne Frank, die die Gräuel des Holocausts auch heutigen Generationen vor Augen führt. Und auch ihr letzter Roman Dunkles Gold, der posthum im März 2019 erscheinen wird, widmet sich jüdischen Schicksalen des Mittelalters und der Gegenwart.

Mirjam Pressler wurde während ihres Lebens mit etlichen Preisen gewürdigt, zuletzt auch mit dem Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. In Erinnerung bleiben wird sie aber durch ihr Werk als unermüdliche Schriftstellerin und Übersetzerin, uns beim Theaterstückverlag besonders durch Ihre Übertragung der Stücke von Imme Dros und Nitzan Cohen.