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Addio, Valeria!

Ein Nachruf auf Valeria Frabetti

Unser Autor Roberto Frabetti hat mir die traurige Nachricht vom Tod seiner Schwester am 6. August 2020 überbracht.

Geboren am 4. April 1948 in Bologna, machte Valeria 1975 ihren Universitätsabschluss als Doktorin der Medizin (Fachärztin für Kreislauferkrankungen) an der Universität Bologna. Als sie nach einem Arbeitsaufenthalt in einer kardiologischen Klinik am Rhein in ihre Heimatstadt zurückkehrte, absolvierte sie ein Schauspielstudium bei Gianfranco Rimondi. 1976 gehörte sie zu den Mitbegründer*innen der Baracca und war seit 1983 über viele Jahre ihre künstlerische Leiterin. Auch ihre Zusammenarbeit mit namhaften nationalen und internationalen Theaterleuten darf nicht unerwähnt bleiben. Mehr als 40 Jahre prägte sie als Regisseurin, Schauspielerin, Dramatikerin, Festivalmitarbeiterin und Präsidentin der italienischen ASSITEJ die Entwicklung und Geschichte des Kinder- und Jugendtheaters mit.
Sie war „artist by chance. More than the head she followed the heart, something she studied for a long time. She still lives in our hut (Baracca), together with a bunch of stubborn young people (Ragazzi Testoni).“ (La Baracca)

Da ich keine besseren Worte des Abschieds finden könnte als Roberto Frabetti, hat er mir erlaubt, seine Mail mit der traurigen Nachricht an mich in Auszügen zu übersetzen:

„Gestern hat Valeria unsere gemeinsame Wanderung beendet und geht nun ihren eigenen Weg.
Ich habe mitangesehen, wie sie mit ihren 35 Kilo, allein, in einer geblümten Seidenbluse zum Krankenwagen ging. Dann sah ich, wie sie ihre Augen schloss, als ich ihr sagte, dass sie nicht mehr operiert werden könne. Ihre Augen blieben geschlossen, bis sie letzte Nacht entschied, es wäre nun an der Zeit zu sagen: Basta – es reicht. Basta, nach zehn Jahren kontinuierlichen Kampfes gegen das Übel mit hocherhobenem Haupt.
Valeria war eine großartige Frau, die von einer Welt großartiger Frauen träumte.
Großartig in ihren Träumen und Hoffnungen, sicher nicht was Macht oder Eitelkeit anging, Wesenszüge, die ihr fremd waren. Sie war großartig darin, immer klar und deutlich ihr Recht geltend zu machen, das zu sein, was sie sein wollte. In ihrem Leben als Ärztin und Künstlerin öffnete sie stets Tür und Tor, für andere und für sich selbst, indem sie Möglichkeiten aufzeigte und anbot. Sie hatte niemals Angst davor, ihre Unnachgiebigkeit, ihre Strenge, aber auch ihre unbändige Begeisterung und ihre unendliche Neugier zu zeigen. Um immer klarzumachen, was sie einfach war: Eine absolut Frei- und Andersdenkende. Für mich – und das sage ich voller Stolz – meine Schwester.
Roberto“

von Brigitte Korn-Wimmer