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Wir sind weg zwischen 13. und 24. August » mehr

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Eigenwilliger Buchkünstler

Wolf Erlbruch wird 70 » mehr

Korbinian – Paul-Maar-Preis für junge Talente 2018

Unser Autor Jens Raschke wurde für seinen Debütroman „Schlafen Fische?“ ausgezeichnet » mehr

1. Preis beim Coburger Forum für junge Autoren

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Wim Wenders: Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes

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Neue Autorin: Astrid Saalbach

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70 Jahre Israel

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Junges Musiktheater

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Erfolge bei Kaas&Kappes 2018

Auszeichnungen für Schönfelder und van Klaveren » mehr

„Die Autorenflüsterin“

SZ-Porträt von Brigitte Korn-Wimmer » mehr

Premieren

Sa ◊ 25.8.2018
AktionsTheaterKassel

7 Kurzdramen aus der GEGEN-Trilogie
von Esteve Soler
Premiere

Fr ◊ 14.9.2018
Württembergische Landesbühne Esslingen

Cyrano
von Edmond Rostand/ Jo Roets/ Greet Vissers
Premiere

Fr ◊ 14.9.2018
Vorarlberger Landestheater

Die Zweite Prinzessin
von Gertrud Pigor
Premiere

Sa ◊ 15.9.2018
Theater Osnabrück

Kommt eine Wolke
von Jens Raschke
Uraufführung

So ◊ 16.9.2018
Schauspiel Frankfurt

Zwei Monster
von Gertrud Pigor (frei nach David McKee)
Premiere

Fr ◊ 21.9.2018
Landestheater Linz

Noah und der große Regen
von Franziska Steiof
Österreichische Erstaufführung

Do ◊ 27.9.2018
TaO! Graz

Heute ist ein guter Tag
von Ann-Christin Focke
Uraufführung

Sa ◊ 29.9.2018
Theater Heilbronn

Netboy
von Petra Wüllenweber
Premiere

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Bild
© Jean-Marc Turmes

Ralf-Günter Krolkiewicz: Fluchthut

Werkstattinszenierung in der neuen Studiobühne TWM

Ralf-Günter Krolkiewicz kam 1955 in Erfurt zur Welt. Nach seiner Schauspielausbildung arbeitete er am Hans-Otto-Theater in Potsdam. 1984 wurde er durch den Staatssicherheitsdienst der DDR aus politischen Gründen für ein Jahr inhaftiert und anschließend in die BRD abgeschoben, wo er seine Arbeit als Schauspieler fortsetzte und seine Tätigkeit als Regisseur begann. Bald nach seiner Rückkehr nach Potsdam hatte er von 1997 bis 2004 die Intendanz des Hans-Otto-Theaters inne. In seinen letzten Jahren trat er, bereits zurückgezogen lebend, vor allem als Autor von Prosa- und Theaterwerken in Erscheinung, ehe er am 5. Oktober 2008 – vor fast genau zehn Jahren – nach langer, schwerer Krankheit im thailändischen Phuket mit nur 52 Jahren verstarb.

Fünf Stücke Krolkiewiczs haben wir in unserem Verlagsprogramm – drei davon sind noch frei zur Uraufführung, darunter FLUCHTHUT. Der Text besteht aus 21 Szenen, „Minidramen aus dem absurden Alltag“, und führt Menschen zusammen, denen es weniger um Kommunikation als um Rechthaberei zu gehen scheint. So bekommen die Gespräche dieser eigenwilligen Zeitgenossen rasch eine faszinierende Schräglage. Man dreht das Wort im Mund herum, stellt groteske Bezüge her und hört eher „das Gras zwischen den Zeilen wachsen”, als dass man den anderen wirklich wahrnimmt. Gerahmt werden diese menschlichen Begegnungen durch die zwischen Prosa und Lyrik changierenden Pro- und Epilogtexte.

Nun hatte das Stück in einer Werkstattinszenierung auf der neuen Studiobühne TWM Premiere. Nach fast drei Jahren Exil hat diese Institution der Münchener Theaterwissenschaft endlich wieder einen eigenen Bühnenraum gefunden und ist erneut bereit, studentische Theaterproduktionen zu beheimaten. Studiobühnen-Leiterin Katrin Kazubko erarbeitete unter Mitarbeit von Jurij Diez mit Studierenden der Theaterwissenschaft München im Rahmen deren Szenischen Praktikums eine gut einstündige Inszenierung aus 17 der insgesamt 21 Szenen von FLUCHTHUT.
Herausgekommen ist dabei ein sehr stimmiger Abend, der die Qualität und Tiefe der Krolkiewiczschen Dialoge verdeutlicht und in ihrer ganzen facettenreichen Bandbreite abdeckt. Jede Szene spielt sich in einem ganz neuen Setting ab, was die Regie mit einfachen technischen Mitteln, dafür aber unterstützt durch Schlagzeug, Klavier und Posaune, überzeugend bewerkstelligt. Und auch die schauspielerische Leistung der (studentischen!) Darsteller ist durchaus beachtlich. Bemerkenswert, wie absurde Dialoge in all ihren emotionalen Schattierungen durchkonjugiert werden und wie eindringlich die zwei Studenten und sieben Studentinnen die Texte des Pro- und Epilogs mal abwechselnd, dann wieder gemeinsam, manchmal auch sich gegenseitig übertönend vortragen und so für das Publikum erlebbar machen.

www.studiobühne.com/fluchthut