Dennis Foon

Krieg

(War)

Andy, Shane, Tommy, Brad: Vier heranwachsende Jungs im Suchen und Finden ihrer Männerrolle. Alle Vier haben eine unterschiedliche Geschichte, nach außen verkörpern sie aber dieselbe Haltung: Be a man! Doch wie genau sieht das eigentlich aus, dieses Mann-Sein? Aggressiv, laut, brutal? Shane zum Beispiel wird von Brad verehrt, weil der gerüchteweise vernommen hat, Shane sei in einen richtig krassen Kampf verwickelt gewesen. Anerkennung, Lob! Dass dieser Kampf Shanes Bruder das Leben nahm, das weiß er nicht. Will er auch nicht wissen. Und plötzlich, da solidarisiert sich Shane mit dem schwächlichen Opfer Andy. In Brads Augen wandelt sich Andy so zu einem, mit dem er gerne befreundet sein will, damit die vermeintliche Männlichkeit Shanes auch auf ihn abfärbt. Und in Tommys Herz, da schlägt einzig der Rachegedanke, weil seine Freundin Sheila ihn betrogen hat, noch dazu mit dem unmännlichsten aller Jungs: mit Andy. Tommys Rachegedanken kreisen mal um Andy, mal um Sheila. Letzten Endes münden sie in einer Spirale voller Gewalt. Andy, Shane, Tommy, Brad: Alle vier reißen ihre Klappen weit auf, schießen Worte ab wie Munition, geben mit ihren Heldentaten an und provozieren sich so, dass sie die Grenze vom Wortgefächt zum echten Kampf mt echten Opfern großen Schrittes überschreiten.
Foon erzählt von der Schwierigkeit Jugendlicher, mit dem Druck aufzuwachsen, in die normierten Fußstapfen männlicher Rollenerwartung treten und diese ausfüllen zu müssen, obwohl der Schuh so gar nicht passen mag. Doch er erzählt auch von der Hoffnung, beim Suchen der Männerrolle das individuelle Ich zu finden und dabei am Ende zu verstehen, wer man eigentlich selber ist.

"War is about four guys in high school, all trying in their ways to be men. But since none of them really have any idea what that means, or how you're supposed to do it, they really screw up. They're disconnected from themselves, and everyone around them because they've been taught, as part of 'being a man', to be aggressive and invulnerable. Language is used to reduce, disparage, and control others. In this play, Foon invents a slang for the characters to speak, to point at the way we use words as weapons." (www.playwrightscanada.com)
"Dennis Foon gives us a violent jolt into the world of adolescence with his new play, 'War'. Growing up to be a man is not easy in a society where brutality and aggression are a means of survival and dreams are held at knife-point. And Foon's teens do have dreams. Their hopes are voiced in soliloquies that are often lyrical and powerful." [...] There are no parents or women in this play. Women are talked about, talked over, but they do not have a voice. [...] This is a powerful play that should not be overlooked. In 'War', Dennis Foon allows his characters to speak freely; there is no moralizing narrator to guide or censure them. [...] Fonn wrote 'War' as a warning, hoping that the profane language, the bloody images, and the disturbing climax would reinforce the power and importance of his message: the hurt we put out comes back on us. (CM Magazine, Jennifer Sullivan, 1995)

Jugend, Schauspiel – 4H
ab 14 Jahren

ÜbersetzungFritsch, Anne
Aufführungsgeschichte UA: 03.10.1994, Green Thumb Theatre, CA-British Columbia; R: G. Verdecchia; Musik: A. Verdecchia
Deutschsprachige Erstlesung: 18.03.10, Lesung, jet-Tage, Erlangen
DSE: 03.09.11, T.3, Theater Lüneburg; R: S. Bahnsen
Originalsprache Englisch
Auszeichnungen Vancouver Jesse Award for best TYA Production
Publikationen Playwrights Canada Press, CA-Toronto, www.playwrightscanada.com
Altersempfehlung für Jugendliche

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