Liv Heløe

Man ist auch der, der man werden kann

(Før det Ringer)

Ein ganz durchschnittlicher Wohnblock in einem ganz durchschnittlichen Vorort einer ganz durchschnittlichen Stadt: Hier lebt Janus mit seiner Mutter. Er ist nicht gerade der lässigste Junge der Klasse, aber zu den Sonderlingen gehört er auch nicht. So wie seine Lebenssituation ist eben auch Janus selbst: durchschnittlich. Und wie es sich für einen gewöhnlichen Jungen seines Alters gehört ist er verliebt. Janus ist verliebt in Dina. Zumindest aus der Ferne. Was er schon mal weiß: Sie hat den schönsten Nacken, den er je gesehen hat.
Und da Dina heute Geburtstag hat, hat Janus ihr ein Geschenk besorgt. Einen ganz genauen Plan hat er bereits im Kopf, wie er seiner Angebeteten das Geschenk überreichen möchte. Als er morgens an seinem Zimmerfenster stehend den Plan noch einmal genau vor Augen ablaufen lässt, sieht er in der Wohnung gegenüber in das Zimmer von Leo. Der geht auch in seine Klasse und ist lässig. Ziemlich lässig sogar, was er auch alle anderen spüren lässt, die eher so Durchschnitt sind. Wie Janus eben. Aber warum hat der Kerl am Morgen schon so gute Laune? Janus sieht, wie Leo seinen Arm ausstreckt - und plötzlich Dina in demselben liegt ... Der Plan für den Tag sah irgendwie anders aus. Alles ändert sich mit diesem einen Moment, jeder kann sich ändern. Man ist eben auch immer der, der man werden kann.
"Alone in a jungle of concrete
We laugh - but why are we laughing at someone who bullies others? That's a question which the audience must answer." (Drammens Tidende, 22.01.10)
"Unter Olivenbäumen in Portugal: Palmela 2010
Im Juni 2010 fand das zweite Jahrestreffen im portugiesischen Palmela statt. 13 europäische bildende Künstler kreierten im Laufe mehrerer Wochen in einem Olivenhain über dem Teatro O'Bando wundervoll-sinnliche, begehbare Installationen [...] Dieses Event gipfelte in einem Stück Mitsommernachtstheater in dem 13 europäische Theatergruppen Auszüge aus den bisher entstandenen Stücken präsentierten.
[...] Das norwegische Brageteatret spielte eine Szene aus 'Before the bell' von Liv Heløe; nominiert für den nationalen Theaterpreis, bereits 50 mal gespielt, weitere 50 Vorstellungen sind geplant. Erzählt wird ein Tag aus dem Leben des Jungen Janus, an dem nichts so wird, wie es geplant war, an dem sich alles ändert und jeder sich ändern kann. Keiner ist mehr das, was er ist, alle sind auch das, was sie sein können." (XYZ, 03/2010)

Jugend, Kinder – 2D 2H
ab 12 Jahren

ÜbersetzungGlanz, Berit
OriginalspracheNorwegisch
AufführungsgeschichteUA: 22.01.10, Brageteatret, NO-Drammen; R: C. Mosil
26.06.10, Platform11+, 2nd Annual Encounter, PO-Palmela
DSE: 21.09.12, Theater Dortmund – KiJuTheater Sckellstraße; R: J. Weißert
19.06.13, Westwind, 29. KiJuThTreffen NRW, Bonn
ZusatzinformationÜbersetzung: übersetzt ins Englische (Before the Bell)
Förderung: Die Übersetzung wurde gefördert vom Dramatikerforbundet – The Writers’ Guild of Norway, NO-Oslo
Preise: ausgezeichnet mit dem Heddaprisen 2010: Best production for children and youth

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