Theo Fransz

Medea

(Medea)

Medea: die Tochter, Schwester, Geliebte, Ehefrau, Opfer. Medea: die Mörderin. Mama Medea. "Woher nahm sie die grausame Entschlossenheit und den Mumm, ihre Hände ins Blut der eigenen Kinder zu tauchen?", fragt die Erzählerin am Ende von Theo Fransz' Bearbeitung der Tragödie von Euripides. Die Motivation Medeas ihre eigenen Kinder zu ermodern wurde viel interpretiert. Fransz stellt die Frau Medea in den Mittelpunkt, lässt sie gemeinsam mit der Amme die Gegenwart ihres Lebens umschreiben. Wie sie verlassen wurde, gedemütigt, verstoßen. Wie sie jetzt Jason und Prinzessin Glauke Geschenke macht, grausame Geschenke. Das Besondere an Fransz' Fassung ist, dass er die beiden Kinder auftreten und die Geschichte ihrer Eltern im Rückblick erzählen lässt. Wie sie sich trafen, Jason auf der Suche nach dem Goldenen Vlies, wie ihr Vater die Stiere und die eisernen Männer mit Hilfe von Mama Medea besiegte und zusammen mit ihr und dem Vlies in seine Heimat zurück kehrte. Dadurch, dass der Autor den Kindern so viel Raum gibt, lässt Fransz nicht nur die Vergangenheit aufleben, sondern webt mit diesen Szenen subtilen Humor in den tragischen Mythos ein. Letzten Endes zeichnet er das Bild einer Frau nach, die so stark liebte, so grausam fallen gelassen wurde, dass sie sich nun so grausam stark rächt. Im Endeffekt geht es in Fransz' Bearbeitung um Liebe, Liebe und immer wieder Liebe. Eines sollte trotzdem klar sein im Umgang mit dieser Frau: "Don't fok with Medea."

Jugend, Kinder, Schauspiel – 2D    frei zur DSE
ab 12 Jahren

ÜbersetzungThe, Monika
Aufführungsgeschichte UA: 16.01.07, Zaantheater, NL-Zaandam; R: T. Fransz
Originalsprache Niederländisch

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