Hans König

Die Wunderkinder

Gerd und Birgit, Cousin und Cousine, leben allein im großen Haus von Birgits Vater, der auf geheimnisvolle Weise verschwunden ist, und haben es schon lange nicht mehr verlassen. Ihre Zeit vertreiben sie sich mit Rollenspielen, in denen sie zwischen verschiedenen Identitäten, zwischen Realität und Fiktion hin und her springen. Nur gelegentlich dringt die Außenwelt in Form von Anrufen des mysteriösen Herrn Larson oder seltsamen Geräuschen aus den Nebenzimmern des Hauses in ihr abgeschottetes, realitätsfernes Dasein. Als aber die Vorräte im Haus zur Neige gehen, sind die beiden gezwungen, wieder über ein Leben in der wirklichen Welt nachzudenken.
Gerd und Birgit erinnern ein wenig an Gangsterpärchen aus Tarantino- oder Lynch-Filmen. Mit kindlicher Brutalität erfinden sie sich ihre Wirklichkeit. Realität und Fiktion sind eins. Austauschbar und nicht mehr voneinander zu unterscheiden. Sie driften von einer Rolle in die nächste, wie multiple Persönlichkeiten, die ihre (Lebens-) Geschichte nicht mehr ertragen können. Lange Zeit glaubt man, einer Spur folgen zu können, um mehr von den beiden und ihrer Geschichte zu erfahren, jäh wird sie jedoch durch etwas Unerwartetes beendet.

Jugend, Schauspiel – 1D 1H
ab 14 Jahren

AufführungsgeschichteUA: 18.06.04, freie Theaterproduktion, Berlin; in der „Garage Pankow“; R: B. Schifferdecker

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