Michael Müller

Über die Grenze ist es nur ein Schritt

Kurz vor seinem Abitur erfährt der Afrikaner Dede, dass sein illegaler Aufenthalt in Deutschland aufgeflogen ist. Seit fünf Jahren lebt er mittlerweile hier, besucht mit seiner Schwester Benedicta die gleiche Schule, seine Mutter arbeitet schwarz - er hat eine neue Heimat gefunden. Dedes beste Freundin Melle geht mit ihm in die gleiche Klasse. Als heraus kommt, dass sich seine Familie illegal in Deutschland aufhält, wird seine Mutter verhaftet und Dede muss fliehen. Doch was ist mit seiner Schwester? Ein letztes Mal macht er Halt an seiner Schule, um Benedicta zu suchen. Als er sie jedoch nicht finden kann, macht er sich auf die Suche nach seiner besten Freundin - und landet in einer falschen Klasse. In seiner Verzweiflung beginnt er, den Kindern die Geschichte seiner Familie zu erzählen. Er bezieht sie mit ein, in die Geschichte seines Lebens und hofft auf die Mithilfe der Schulkinder.
Michael Müller lenkt den Blick sensibel auf das Leben von Dede und zeichnet anhand seiner Geschichte ein Schicksal nach, das sinnbildlich für viele Migranten stehen kann. Ein Stück, das emotional aufzeigt, wie letzten Endes doch jeder Mensch auf der Suche nach demselben ist: Identität, Heimat, Zukunft.

„Mit ’Über die Grenze ist es nur ein Schritt’ wird ein sprachlich dichtes Stück gewürdigt, das eine hochdramatische Geschichte erzählt, die dennoch komische Elemente enthält. Mit hoher Präzision und ohne falsche Betroffenheit schildert Müller die Not eines jugendlichen afrikanischen Flüchtlings und schafft es, diese Not im deutschen Alltag zu verankern. Auch die Verstrickung eines deutschen Mädchens in die Angst ihres Freundes wird überzeugend und genau geschildert. Die außergewöhnliche, dem Text eingeschriebene Szenerie – ein auf Schulhöfen geparkter Bus – ist für Müllers Text mehr als eine Bühne, er ist Ort der Gefahr, in der sich alle befinden, auch die Zuschauer.“ (Jurybegründung, Mülheimer KinderStückePreis 2011)

„Ein packendes Stück Theater, das Kinder und Jugendliche unmittelbar berührt.“ (Coburger Tageblatt, 11.06.16)

Kinder, Klassenzimmerstück – 1D 1H
ab 10 Jahren

AufführungsgeschichteUA: 14.01.11, Junges Schauspielhaus Hamburg, im Utopia-Mobil-Bus; R: J. Heß
27.04.-06.05.12, Heidelberger Stückemarkt
02.-06.05.12, „Hart am Wind 3.0“ – 3. Norddeutsches KiJuThFestival 2012 in Göttingen
ZusatzinformationWerkangabe: mobiles Stück für Busse, Klassenzimmer und Studiobühnen
Auszeichnung: 2011, Mülheimer KinderStückePreis
Es liegt auch eine Fassung als mobiles Stück für Thea-ter im Klassenzimmer vor.

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