Andreas Gruhn

Nathan

"Vor gut zweihundert Jahren träumte der Schriftsteller Gotthold Ephraim Lessing davon, dass Juden, Moslems und Christen friedlich neben- und auch miteinander leben. Er hoffte, dass sich die Menschen allein als Menschen begegnen, unabhängig davon, welcher Religion der Einzelne angehört. Auf der Suche nach dem Menschen, 'dem es gnügt, ein Mensch / Zu heißen' (V. 1312f.) schrieb er sein berühmtestes Drama 'Nathan der Weise', das 1779 erschienen ist. Unter der Herrschaft der Nationalsozialisten war der 'Nathan' verboten; nach Kriegsende eröffneten viele Theater ihre Spielzeiten mit dem 'supranationalen Wiedergutmachungsstück' (H. Göbel). Eine Inszenierung im 21. Jahrhundert muss die tagespolitischen Ereignisse berücksichtigen: Noch immer werden Kriege unter dem Vorwand des Glaubens geführt; Lessing schläft und träumt bis in die Zukunft." (Theater Dortmund)

"So alt der 'Nathan' ist, die Uraufführung war im April 1783 in Berlin, so aktuell ist er auch. Eingeblendete Zusammenschnitte aus aktuellen Nachrichtenmagazinen beweisen, dass ein Frieden zwischen Religionen nicht möglich scheint. Nicht vor dem Hintergrund der Religionen - ohne den religiösen Hintergrund auch nicht. Frieden auf der menschlichen Ebene scheint es nicht zu geben, da zu wenige bereit sind, von ihrer Religion zu lassen. [...] Am Ende wird klar: Fünf Menschen, die ihre Vorurteile begraben, sind leider nicht genug." (Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 25.04.04)

Jugend – 2D 3H
ab 14 Jahren

ZusatzinformationWerkangabe: frei nach „Nathan der Weise“ von Gotthold E. Lessing
Besetzungshinweis: Schauspielerangabe bei Mehrfachbesetzung
AufführungsgeschichteUA: 24.04.04, Theater Dortmund, KiJuTh Sckellstraße; R: A. Gruhn

Wenn Sie sich als Nutzer anmelden, können Sie hier online Ansichtsexemplare bestellen.