„Die Realität ist eine Försterei, irgendwo im kaukasischen Hinterland. Keine naturromantische Idylle, sondern eine kleine, verbissene Gesellschaft, dominiert von brutaler Gewalt, Hörigkeit und Unterwerfung. Dies ist die Welt, in der ein kleiner Junge aufwächst, verlassen von seinen Eltern und abgegeben bei seinen Großeltern. Die einzigen Freunde, die er hat, sind sein Großvater, eine Schultasche und einige Felsen. In dieser menschlichen Ödnis findet der Kleine Zuflucht in der Welt seiner Fantasie. Bis die Realität so unerträglich wird, dass nur noch das selbst gewordene Utopia seiner Vorstellungskraft eine Heimat für ihn sein kann, er als Fisch unter seinen ’Fischefreunden’. Dies ist, kurz gesagt, die Handlung von Tschingis Aitmatovs Roman ’Der weiße Dampfer’. […]
Marcelo Diaz hat den Roman gestrafft und die Handlung aufs Wesentliche konzentriert. Herausgekommen ist ein poetisches, verzauberndes Werk, das den Akzent besonders auf die verschiedenen Welten des Jungen legt. […] Die Mischung von Tragödie und hellen Lichtpunkten, von dunklem Schrecken und doch immer wieder positiv erscheinenden Gedanken, auch wenn das Ende einen nassen Tod für das Kind bedeutet. […] Ein sehr eindrücklicher Abend.“ (Bote der Urschweiz, 03/2004)
Kinder, Jugend – 1H frei zur DE
ab 10 Jahren
| Aufführungsgeschichte | UA: 05.03.04, Herz und Camenzind, in der Kleinbühne Chupferturm, Schwyz; R: M. Diaz |
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