Flora Verbrugge Herman van Baar

Kummer und Courage

(Kommer en Courage)

"Sommer 1812. Bepackt mit Kartoffeln und hunderten von Kanonen rücken 600.000 Mann und 200.000 Pferde nach Moskau vor. Sie sind Napoleons Große Armee. Unter ihnen: Karl Kummer und Johannes Courage. Karl hat als Kind eine Kopfverletzung erlitten, hält nichts von Anstrengung und ist eher für die sinnenfreudigen Seiten des Lebens. Johannes dagegen kann sich nichts Schöneres vorstellen, als in furchtbaren Schlachten große Heldentaten zu vollbringen. Als sie bei Borodino eine der blutigsten Schlachten der Geschichte kämpfen, wird ausgerechnet Karl zum unfreiwilligen Helden. 86.000 tote Soldaten und 35.000 tote Pferde: Napoleon ist zufrieden, der Weg nach Moskau steht frei. Johannes hofft inbrünstig auf eine zweite Chance bei ihrem Einzug in die russische Hauptstadt. Doch die liegt verlassen da und hat außer Wodka und Bonbons nichts zu bieten. Als Napoleon den Rückzug befiehlt, ist der Traum vom großen Sieg vorbei und der Kampf ums Überleben im winterlichen Russland fängt erst an ... Vor dem Hintergrund des napoleonischen Russlandfeldzugs erzählen Verbrugge und van Baar in ihrem temporeichen Stück für zwei Schauspieler und einen Musiker vom alltäglichen Wahnsinn des Krieges: vom Kampf um Wurstzipfel und der Bedeutung beschwipster Erdbeeren, von verbrannter Erde und abgefrorenen Zehen, von versuchter Freundschaft, irrwitzigen Hoffnungen und der Banalität des Todes. Unsentimental zeigen sie, wie sich Grenzen zwischen Verlierern und Gewinnern, Opfern und Tätern verwischen, sich ein Sieg als militärisches Fiasko entpuppt und am Ende nur eine Partei ohne Schuld bleibt: die Pferde." (schnawwl, Mannheim)

Kinder – 2H
ab 9 Jahren
ÜbersetzungThe, Monika
OriginalspracheNiederländisch
WerkangabenTheaterstück über den Feldzug 1812 in zwölf Szenen und sechs Märschen
Besetzungshinweis2 H, 1 Musiker/in (bei Mehrfachbesetzung)
AufführungsgeschichteUA: 16.10.06, Jeugdtheater Sonnevanck, NL-Enschede; R: F. Verbrugge; Musik: M. Franke
DSE: 24.11.07, Schnawwl am NT Mannheim; R: A. Gronemeyer; Musik: C. Linke
TSV-ID1272

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