Jutta Schubert

Eden

Eine Frau und ein Mann sind aufgebrochen, weggegangen, fortgelaufen. Aus der Katastrophe? Der Mann sucht einen neuen Anfang - oder den Rückweg ins Paradies. Die Frau sucht sich - und den Punkt, von dem an alles schief ging. Sie handeln nicht, sie warten. Und wenn sie doch handeln, dann aneinander vorbei. Während er auf den sechsten Schöpfungstag wartet, macht sie eine entscheidende Bekanntschaft. Das Paradies ist verschlossen, aber sie wissen noch nicht, ob sie drinnen oder draußen sind.

"Die Frau, der Mann, denen durch den symbolträchtigen Titel 'Eden', stellvertretend für die Menschheit, die Namen Adam und Eva zufallen, irren durch eine wüste großstädtische Slumlandschaft, Teil eines U-Bahn-Schachts oder einer Eisenbahnbrücke. Hin und wieder donnert ein Zug über ihren Fluchtort hinweg. Dieses Geräusch ist das einzige Indiz, dass es außer ihnen noch anderes Leben auf der Erde gibt - wenn es denn überhaupt diese Erde und nicht ein Zwischenreich zwischen dem Leben und dem Tod ist, in dem das durch eine qualvolle Beziehung aneinandergekettete Paar sich bewegt. Sie sind auf der Flucht, oder vielleicht nur auf einer überstürzt angetretenen Reise, mit zufällig zusammengestoppeltem Gepäck und dürftigem Proviant, auch das Wasser ist knapp in dieser 'Wüste', die doch mehr den Seelenzustand meint als die äußere Umgebung." (HNA, 21.12.98)

Schauspiel – 1D 1H

AufführungsgeschichteUA: 19.12.98, Staatstheater Kassel; R: D. Hintze

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