Jean-Rock Gaudreault

Mathieu zu kurz, François zu lang

(Mathieu trop court, François trop long)

„Zähl bis fünf.“ – „Warum sollte ich?“ – „Kannst du’s nicht?“ – „Eins ... zwei ... drei ... vier ... fünf ...“ – „Es dauert etwa fünf Sekunden, um bis fünf zu zählen. Aber ich habe einen Trick. Ich konzentriere mich und sage mir, dass jede Sekunde eine Stunde ist. Wenn ich bei fünf ankomme, steht die Sonne nicht mehr am gleichen Platz am Himmel. Eine Sekunde kann ein Tag sein, sogar ein Jahr ... Auf diese Weise kann ich so alt sein, wie ich möchte. Manchmal bin ich sogar schon 18 ...“
Mathieu träumt von der Zukunft, die es für ihn nicht geben kann. Denn er hat die „Krankheit der Stunde“, muss Unmengen von Tabletten schlucken, sodass er keinen Hunger mehr aufs Abendessen hat, und darf das Haus praktisch nicht verlassen, weil er sich eine Lungenentzündung holen könnte, und weil alle Leute Angst vor ihm haben. So träumt er sich in eine Phantasie-Welt, in der er ein professioneller Spatzen-Töter ist und mit dem Fahrrad bis nach China fährt.
François ist neu in die Straße gezogen. Er vermisst sein altes Zuhause und bekommt Bauchweh, wenn es Streit gibt oder er vor etwas Angst hat. Trotz des Verbots der Eltern, Mathieu zu besuchen, freunden sich die beiden an; spielen, streiten, lachen gemeinsam und erfinden Geschichten.
„Mathieu zu kurz, François zu lang“ erzählt von der Freundschaft zweier Jungs, ihren Träumen und Ängsten.
In klarer, präziser Sprache mit Witz und Ernsthaftigkeit wird ein hartes Thema in eine ruhige poetische Geschichte verpackt, in der Lachen und Weinen eng beieinander liegen.

“Straightforward and unsentimental, this hourlong intermissionless play by Jean-Rock Gaudreault shuns all easy ways out as it confronts both the inevitability of death and the rich promise of life. [...] Yet the message of ‘Matthew and Stephen’ is that each of its characters, given the chance, would opt for life. [...] Matthew maintains that he wants no friends, that he likes being alone. But Stephen persists, and the two embark on a friendship that includes not only their revelations about themselves but also incantations composed of food ingredients, slingshot attacks on sparrows and exercises in imagination. More important, Matthew instructs Stephen in risk taking, including the art of the lie. And Stephen learns that adults are not always right. Death may be the ineluctable end of all stories, but in its sweetly perceptive way, ‘Matthew and Stephen’ validates the case for life.” (New York Times, 25.04.02)

Kinder – 2H    frei zur DSE
ab 10 Jahren

ÜbersetzungBrestel, Jana
AufführungsgeschichteUA: 24.02.98, Compagnie Mathieu, François et les autres in Koproduktion mit Théâtre Français du Centre National des Arts und Les Coups de Théâtre Festival, im National Arts Center in CA-Ottawa; R: J. Potvin > mehr als 250 Mal in Québec und Europa gespielt
Amerikanische EA: 17.04.02, New Victory Theatre, US-New York; R: J. Potvin
ZusatzinformationAuszeichnungen: 1999, nominiert für Masque (bestes Stück und beste Inszenierung) > 2000, Prix Rideau-OFQJ > 1996, Concours international d’écriture dramatique, Radio-France Internationale (1. Preis)
übersetzt ins Englische von Linda Gaboriau (Matthew and Stephen)
OriginalspracheFranzösisch
PublikationÉditions Lansman, 1997 (Neuauflage 2009); Playwrights Canada Press, 2005 (Matthew and Stephen)

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