Astrid Saalbach

Cold Call

(Kaldet)

Über das Blindsein – wortwörtlich und metaphorisch. Darüber, Gefahren nicht zu erkennen, bis es zu spät ist. Darüber, sich isoliert zu fühlen. Wie Rune, ein junger Systemadministrator, der in einer Telemarketingfirma arbeitet, in der alle Mitarbeiter entweder blind oder schwer sehbehindert sind. Rune ist einsam und vertraut niemandem, nicht einmal Tilde, seiner Kollegin, in die er unglücklich verliebt ist. Obwohl beinahe alle um ihn herum blind sind, fühlt er sich beobachtet und verfolgt. Als die Paranoia schlussendlich aufblüht, sieht er sich gezwungen, zu handeln.
Das Stück baut einen wunderbaren Spannungsbogen auf. Vom ersten bis zum letzten Satz ist es in seiner Sprache und Machart interessant gestaltet. Einerseits wird durch das Motiv des Nicht-Sehens die Blindheit der gesamten kapitalistischen und ausbeuterischen Gesellschaft impliziert und kritisch hinterfragt, andererseits wird auf das Vermischen zwischen Realität und Virtualität, ebenso wie auf die Angst vor Verfolgung in einem immer stärker überwacht werdenden Staat verwiesen. Rune geht an dieser Angst zugrunde und stürzt sich auf die Ursprünge. Immer wieder zitiert er aus der Bibel, das einzige, was ihm Halt zu geben scheint.

“From the very first line, Astrid Saalbach builds up the text until it completely encircles the terrifying story in The Call. There’s not one word too many nor one too few … a story one cannot shrug off … And just like in The End of The World, her play from 2003, Astrid Saalbach has added drops of magic to The Call, leaving one doubting what is a dream and what is reality.”
(Dagbladet Information)
“Astrid Saalbach’s both funny and chilling thriller … In The Call, Saalbach, one of Danish theater’s most important playwrights, sets out to crush the language … it’s masterfully done.” (Weekendavisen)
“Astrid Saalbach writes with her x-ray vision directed at the human psyche and with a deeply human reference … one of Denmark’s shrewdest and most capable playcrafters … The Call’s passion and pain make it enormously impressive. In less than two hours, Saalbach, in her usual psychological thriller-like way, sets in play a number of fundamental human themes … The Call can’t easily be shrugged off … This is top-shelf, long-lasting, suction-cup-theater.” (***** K. Dahl, Århus Stiftstidende)
“Can Astrid Saalbach still write superb plays? You bet! … The Call is powerful, original in theme and dialogue – almost exclusively short, condensed sentences, often lacking subject … ingeniously, the play circles having the courage to choose and to see life in other ways than through the eyes.” (Five stars. Jyllands-Posten)
“A powerful text that leaves the audience with food for thought. One can be blind in more than one way – one can be visually impaired, or blind to reality.” (Four stars. Ungtteaterblod.dk)

Schauspiel – 3D 3H    frei zur DSE

ÜbersetzungMichael Evans
AufführungsgeschichteUA: 25.11.16, Åarhus Teater, DK-Åarhus; R: V. Meinik
Schwedische EA (Dom Blinda): 13.04.18, Stadsteater SE-Göteborg; R: S. Lindblom; Chinesische EA: Ende 2018, in CN-Beijing
ZusatzinformationDieses Stück liegt momentan nur in englischer Sprache vor. Natürlich kann das Stück in dieser Version gespielt oder ins Deutsche übersetzt werden.
Übersetzung aus dem Dänischen ins Deutsche von Jana Hallberg in Planung für Ende 2018
OriginalspracheDänisch
PublikationPubliziert auf Estnisch in einer Anthologie mit drei anderen dänischen Stücken

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