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Premieren

Di ◊ 1.2.2022
La Grenouille – Theater­zentrum junges Publikum

Wolf
von Theo Fransz
Französischsprachige Erstaufführung

Sa ◊ 5.2.2022
Tiroler Landestheater

Das Cabinet des Doktor Caligari
von Toni Matheis/ Raymund Huber/ Wolfgang Sréter
Österreichische Erstaufführung

Sa ◊ 12.2.2022
Vereinigte Bühnen Bozen

Die Weiße Rose
von Jutta Schubert
Italienische Erstaufführung

Sa ◊ 12.2.2022
Saarländisches Staatstheater

Wanda Walfisch
von Davide Calì/ Sonja Bougaeva/ Anna Wenzel
Deutschsprachige Erstaufführung

So ◊ 13.2.2022
Hessisches Staatstheater Wiesbaden

Wutschweiger
von Jan Sobrie/ Raven Ruëll
Premiere

Sa ◊ 19.2.2022
Theater Eisleben

Freie Wahl
von Esther Rölz
Premiere

Sa ◊ 5.3.2022
Theater 7ieben & 7iebzig

Im Zustand der Schwerelosigkeit
von Rike Reiniger
Uraufführung

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Bild
© Alexander Savin, WikiCommons

Wannseekonferenz

Vor 80 Jahren trafen sich Hitlers Bürokraten des Bösen

Am 20. Januar 1942 um 12 Uhr Mittags empfing der Chef der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes des Reichsführers SS, Reinhard Heydrich, im Gästehaus seiner Behörde am Großen Wannsee (Foto) 14 Kollegen aus diversen anderen Ämtern und Stellen zu einer, wie es auf den Einladungen hieß, „Besprechung mit anschließendem Frühstück“. Was nach einem nicht weiter beachtenswerten Treffen von Bürokraten klingt, sollte später jedoch als Wannseekonferenz in die Geschichte eingehen. Hier wurde in etwa 90 Minuten der bereits durch SS-Killertrupps begonnene Holocaust systematisch weitergedacht, die möglichst rasche Vernichtung von geschätzt elf Millionen europäischen Jüdinnen und Juden koordiniert.
Bei der Konferenz zugegen waren unter anderem auch Adolf Eichmann, Heydrichs Referent für „Judenangelegenheiten“, sowie Roland Freisler, der spätere „Blutrichter“ und Präsident des Volksgerichtshofs, anwesend. Während letzterer bei einem Luftangriff kurz vor Kriegsende ums Leben kam, konnte Eichmann sich entlang der Rattenlinie absetzen und über Jahre unerkannt in Argentinien leben. Erst 1960 wurde er dort vom israelischen Geheimdienst Mossad gefangengenommen und nach Israel verschleppt, wo ihm der Prozess gemacht wurde. Dieser endete mit einem Todesurteil, das in der Nacht vom 31. Mai auf den 1. Juni 1962 verhängt wurde.
In dem Solo Bald ruh’ ich wohl versucht Autor Andreas Gruhn einen Blick in den Kopf des Architekten des Holocaust zu werfen, indem er das Publikum dessen letzte Nacht miterleben lässt. Schon den ganzen Monat und noch bis 29. Januar wird das Stück am Bonner kleinen theater Bad Godesberg gezeigt.
Im Gegensatz zu Eichmann, der ein im Verborgenen arbeitender Schreibtischtäter war, stand Roland Freisler während der NS-Zeit stets im Rampenlicht. Als Präsident des Volksgerichtshofs führte er zahllose Schauprozesse durch. Am bekanntesten dürfte dabei wohl jener gegen die Geschwister Scholl und Christoph Probst sein, die er als Vertreter der Weißen Rose in München zum Tode verurteilte. Gleich vier Stücke, die das Leben von Sophie Scholl und das Wirken der Weißen Rose thematisieren, finden sich in unserem Programm: Schubert, Die Weiße Rose. Aus den Archiven des Terrors (3 D, 6 H; 14+); Reiniger, Name: Sophie Scholl (1 D); Wüllenweber, Die Weiße Rose (2 D, 4 H; 13+) und Jević/ Schumacher, Making of Sophie Scholl (4 D, 3 H; 13+).

BALD RUH’ ICH WOHL am kleinen theater Bad Godesberg