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Aktuelles

16. Festival Primeurs

Preis für Sonja Fincks Übersetzung von Lefebvre, STACHELDRAHT » mehr

Prix Louise-LaHaye

Olivier Sylvestre wird für IM VERSCHWUNDENEN WALD ausgezeichnet » mehr

Hamburger Literaturpreise

Auszeichnung für Juliette Aubert-Affholder » mehr

Spielplatz 35

Fünf KJT-Stücke über Körper, u. a. von Olivier Sylvestre » mehr

Stärkung durch Integration

Zusammenschluss zweier Münchner Verlage: Drei Masken Verlag und Theaterstückverlag, Korn-Wimmer » mehr

STELLA*22 für „Zwei Tauben für Aschenputtel“

Darstellender.Kunst.Preis für junges Publikum der Kinderjury geht ans LT Linz » mehr

Cairo Days of International Monodrama

DER FALL D’ARC beste Produktion 2022 » mehr

Zwei Fäuste und ein Augenblick mal!

Drei Nominierungen im Herbst 2022 » mehr

Deutscher Musical Theater Preis 2022

Nominierung für DAS CABINET DES DOKTOR CALIGARI » mehr

The Translator is Present

DÜF-Jubiläum beim LCB-Sommer­fest mit Sonja Finck u. v. a. » mehr

Premieren

Fr ◊ 2.12.2022
Volksschauspiele Ötigheim

Ox & Esel
von Norbert Ebel
Premiere

Fr ◊ 2.12.2022
Hans Otto Theater

Die Schöne und das Biest
von Andrea Gronemeyer/ Franco Melis/ Susanne Sieben
Premiere

Sa ◊ 3.12.2022
TAM – Theater am Markt

Aschenputtel
von Pamela Koevoets
Premiere

So ◊ 4.12.2022
Dehnberger Hof Theater

Motte & Co
von Gertrud Pigor
Wiederaufnahme

Fr ◊ 9.12.2022
Bayerische Staatsoper

Spring doch
von Gordon Kampe/ Andri Beyeler
Uraufführung

Sa ◊ 10.12.2022
Theater Mummpitz

Ox & Esel
von Norbert Ebel
Wiederaufnahme

So ◊ 11.12.2022
Burgtheater

wie Ida einen Schatz versteckt und Jakob keinen findet
von Andri Beyeler
Österreichische Erstaufführung

Mo ◊ 12.12.2022
Theater-Zone

Die chinesische Nachtigall
von H. C. Andersen/ Annette Geller/ Gudrun Skupin
Premiere

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Englischsprachige Erstaufführung
Kees Roorda  Rishi
US-New York

A Kid Like Rishi

In dem tiefgründigen und ‚zurückhaltenden‘ Dokudrama A Kid Like Rishi […] erleben wir einmal mehr, was zu einem allzu vertrauten Protokoll der Polizei geworden ist: ‚Erst schießen und dann ermitteln.‘ Rishi hatte in seinen Taschen einen Schlüsselanhänger mit der Adresse seiner Mutter und sein schwarzes Mobiltelefon. Dennoch traf die Polizei eine Entscheidung, die einem Teenager das Leben nahm und seine Mutter, seine Freunde und seine Familie um seine Schönheit und Anmut beraubte. Es ist eine emotionale und herzzerreißende Erfahrung, die sich nicht in Worte fassen lässt, ein Kind auf diese Weise zu verlieren. Das absolut Erstaunliche an dieser Produktion […] ist jedoch, dass die erzählten Ereignisse ohne Emotionen sind. […] Was uns bleibt, ist Ungewissheit. Unser Verständnis ist getrübt, und wir wissen weniger als das, was anfangs behauptet wurde: Ein Polizist schoss dem unbewaffneten Rishi Chandrikasing in den Hals.
Die hervorragenden Schauspieler (Sung Yun Cho, Atandwa Kani, Kaili Vernoff) erzählen die Aussagen von 18 Zeugen mit großer Sensibilität und Rationalität, wobei der emotionale menschliche Inhalt bis zum Ende fehlt, wenn Rishis Mutter ihr Herz ausschüttet […].
Die Beschreibung der Ereignisse durch Zeugen, darunter Augenzeugen, Polizeisprecher, beteiligte Beamte, Freunde, Familie und andere vor, während und nach Rishis Ermordung ist unglaublich erschreckend. Je mehr man offensichtlich versucht, zu verstehen, desto weniger Klarheit wird erreicht. Die als Tatsachen dargestellten Zeugenaussagen sind alles andere als Tatsachen; es handelt sich um Meinungen, Urteile und persönliche Sichtweisen, ohne dass der Hintergrund der Personen, die ihre Aussagen machen, bekannt wäre. Die Zeugen haben gegensätzliche Dinge gesehen und gehört, unterschiedliche Dinge. Keiner hat Recht; die Aussagen sind nicht konsensfähig. War die Polizei übereifrig? Hat der Hinweisgeber aus einem bestimmten Grund falsche Informationen gegeben? Haben die Augenzeugen klar gesehen? Haben die Zeugen ihre Berichte absichtlich verzerrt? Alles ist undurchsichtig. […]
Wir als Zuschauer müssen entscheiden, ob der Gerechtigkeit Genüge getan wurde, oder ob eine solche Tötung ohne eine Anklage oder einen Prozess für Rishis Straftat, die bis heute unbekannt bleibt, gerechtfertigt ist. […]
Regisseur Erwin Maas versteht es, Wut, Frustration, Trauer und Angst aus den Berichten, den Unwahrheiten, den Widersprüchen, den Quasi-Fakten, den Behauptungen und den Widerlegungen herauszuholen, die von den drei hervorragenden Schauspielern vorgetragen werden, die in mehrere Rollen (Alter, Geschlecht) schlüpfen. […] Einer der Höhepunkte ist der Vortrag des toxikologischen Berichts, der in seiner rhythmischen Deklamation durch die Schauspieler in einer beeindruckend und unvergesslich strengen, sterilen, klinischen Art und Weise, pure Ironie ist. […]
Das Kreativteam und Maas [...] setzen die [...] Vision des sparsamen, schnörkellosen, Dokumentarstils um. Dies ist umso wirkungsvoller, wenn Rishis Mutter in einem letzten emotionalen Resümee seines Lebens und dessen, was sie verloren hat, von Atandwa Kani eindringlich dargestellt wird.
A Kid Like Rishi ist ein Abend, den man nicht verpassen sollte, wegen seiner handwerklichen Qualität, seiner Ironie, seiner Kontraste und seiner ‚Abwesenheit‘ von Emotionen, die herzzerreißend wird, weil Rishi so viel mehr ist als das, was die polizeilichen Ermittlungen ergaben.

Sandi Durell’s Theater Pizzazz 06.06.2022
http://www.theaterpizzazz.com/a-kid-like-rishi/

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