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Mi ◊ 27.1.2021
KJT Speyer

Name: Sophie Scholl
von Rike Reiniger
Premiere

Fr ◊ 29.1.2021
Theater der Altmark

Futur Eins: Leben auf dem Mars
von Rike Reiniger
Uraufführung

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Bild
© Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin / Silke Winkler

Lügen bis zum Schluss

Der Start ins Jahr 2021

Vor unserer Weihnachtspause hatten wir ja hoffnungsvoll verkündet, dass es eigentlich nur aufwärts gehen kann. Doch bei unserer Rückkehr ins Büro nach zweiwöchigen Ferien müssen wir leider feststellen: 2021 geht erst mal so weiter, wie 2020 aufgehört hat. Wenn es eine Veränderung gibt, dann eher noch ein wenig hin zum Schlechteren: Der Lockdown wird verlängert und sogar noch intensiviert, gleichzeitig ist zwar endlich Impfstoff verfügbar, doch noch lange nicht in ausreichenden Mengen, um eine schnelle Herdenimmunisierung zu gewährleisten.
Das aber schockierendste wiewohl eigentlich erwartbare Ereignis des noch jungen Jahres trug sich dann allerdings in den USA zu. In den Abendstunden mitteleuropäischer Zeit treten am Dreikönigstag beide Kammern des US-Kongresses zusammen, um die Wahl des neuen Präsidenten offiziell zu bestätigen. Dieser gewöhnlich rein zeremonielle Vorgang wird jedoch kurz nach Beginn jäh von einem durch Donald Trump aufgepeitschten Mob unterbrochen, der sich Zugang zum Kapitol verschafft hat. Die erschreckend spärlich präsente Polizei schaut dem Treiben unterdes über Stunden weitestgehend hilf- und tatenlos zu. Wer sich daran erinnert, wie die Sicherheitsvorkehrungen während der Black-Lives-Matter-Demonstrationen im Sommer mit hunderten von Nationalgardisten ausgesehen haben, kann über diesen Zustand nur fassungslos staunen.
Wie ein moderner Nero sitzt der Präsident währenddessen vor dem Fernseher und sieht stundenlang dem von ihm angefeuerten Aufstand zu, anstatt einzugreifen. Als er dann endlich mit einem halbherzigen Video die Randalierer dazu aufruft nach Hause zu gehen, wiederholt er dennoch seine alte Lüge von der gestohlen Wahl, die er eigentlich mit einem Erdrutschsieg gewonnen habe. Und: Er äußert explizit Verständnis für die Aufständischen, nennt sie „etwas ganz Besonderes“ und sagt: „Wir lieben euch.“
Die letzten zwei Wochen des Donald J. Trump scheinen noch einmal so gefährlich und verlogen zu werden wie selten zuvor. Da überrascht es eigentlich nicht, dass sich in dieser Zeit der Unwahrheiten ein Stoff bei Filmemachern besonderer Beliebtheit erfreut: Carlo Collodis „Pinocchio“. Zu Weihnachten wurde eine italienische Verfilmung in Nordamerika veröffentlicht, gleichzeitig arbeitet Guillermo del Toro für Netflix an einer Stop-Motion-Adaption, während Disney mit Robert Zemeckis eine weitere Realverfilmung plant. Insgesamt sind mit Schauspieler*innen wie Christoph Waltz, Cate Blanchet, Tilda Swinton oder Tom Hanks auch gleich eine ganze Hand voll Oscar-Preisträger*innen an diesen Projekten beteiligt.
Und auch wir haben zu dem Thema Angebote im Programm: Mit den Bearbeitungen von Peter-Jakob Kelting und Jürg Schlachter (1 D, 3 H; 5+ – Foto: Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin, R: Jan Jochymski) und Petra Wüllenweber (5 D/H; 6+) ist PINOCCHIO zweimal in unserem Katalog zu finden. Zum Thema Lügen gibt es außerdem noch DER BARON VON MÜNCHHAUSEN (1 D, 3 H) von Roberto Frabetti et al., das sich für Kinder ab 5 Jahren mit dem deutschen Lügenbaron beschäftigt.

Collodi/ Kelting/ Schlachter, PINOCCHIO
Collodi/ Wüllenweber, PINOCCHIO
Frabetti/ Frabetti/ Cappagli, DER BARON VON MÜNCHHAUSEN