Davide Calì Sonja Bougaeva Anna Wenzel

Wanda Walfisch

(Marlène Baleine)
Musiktheater mit Werken der Renaissance

Wandas Wandlung vom traurigen pummeligen Kind zum furchtlosen Mädchen durch die Kraft ihrer Gedanken wird in diesem bilderreichen Bühnenaquarium musikalisch dargeboten.
Wanda leidet unter ihrer Körperfülle und zieht dadurch unfreiwillig die Blicke der anderen auf sich, vor allem im Hallenbad. Jeder ihrer Schritte wird wegen ihrer Korpulenz beobachtet und gewertet, weswegen sie diese Öffentlichkeit und die lästigen Blicke der Mitschüler*innen scheut. Bis der kleinen, massigen Außenseiterin von ihrem Schwimmlehrer auf liebevolle Weise Mut gemacht wird.
„Davide Calì und Sonja Bougaeva erzählen in ihrem Bilderbuch ‚Wanda Walfisch‘, wie ihre Heldin eine Diät macht, mit nichts als Fantasie.
Wanda hat es nicht einfach. Jeden Mittwoch, wenn Schwimmunterricht ist, muss sie sich mit ihrem pummeligen Körper dem Spott der Klassenkameraden aussetzen. Zu allem Überfluss trägt sie auch noch einen Badeanzug Marke Obelix, orange mit weißen Punkten. Mit gesenktem Kopf und hängenden Schultern schleicht sie am Becken entlang, während die fröhliche Schar durchs ganze Schwimmbad ruft: ‚Wanda Walfisch, dick und rund, Wanda Walfisch, hundert Pfund!‘ Aber ihr Schwimmlehrer, der erst gar nicht so aussieht, als würde er die Not anderer Leute bemerken, ruft Wanda zu sich und gibt ihr einen guten Rat: Jeder ist, was er denkt. Ob sie wohl glaube, dass je ein Tier sich zu dick gefühlt habe? Wenn sie leicht sein wolle, solle sie einfach denken: ‚Feder‘! […]
Wenn es je ein Buch gegeben hat, das der Magersucht vorbeugen hilft, dann dieses, das seiner Heldin kein Gramm wegnimmt, aber hundert Pfund umerschafft. Und auch dünne, kleine, ungeschickte, langsame Kinder müssen nur einen kurzen Weg zurücklegen, um aus dem wunderbar gemalten Band gleichfalls Trost und Rat zu schöpfen.“ (Süddeutsche Zeitung, 01./02.04.10)

Die 15 Musikstücke, die von Wanda und den anderen Figuren gesungen oder instrumental vorgetragen werden, sind Originallieder aus der Renaissance und unterstreichen mit neuen Texten die Entwicklung des Mädchens zu individueller Freiheit. Der Mensch an sich – in diesem Falle Wanda – steht im Fokus und das schlägt sich auch in dieser Musik nieder, deren subjektiver Ausdruck großen Spielraum erhält. Wanda gewinnt Selbstvertrauen durch Fantasie und Vorstellungskraft und wirkt am Ende wie neu geboren.

„Ein Mutmach-Buch, flott und gradlinig erzählt. Mit einem Wal, der Gedanken groß macht.“ (kulturtipp, 2010)

„Eine poetische Oper für Jung und Alt […] Die Musik ist nicht neu, im Gegenteil: Wenzel hat Lieder und Tänze aus der Renaissance ausgewählt und mit neuen, das Stück illustrierenden Texten unterlegt. Das passt er-staunlich gut zusammen. Die liebenswert-unkomplizierte Renaissance-Musik erweist sich als poetisch und biegsam, sie hat aber auch rhythmischen Drive und harmoniert exzellent mit dem Geschehen, weil sie Stimmungen gut transportiert, ohne dass man ein geübter Hörer sein muss.“ (Badische Zeitung, 19.12.19)

Kinder, Oper – 2D 1H
ab 5 Jahren
MusikFranck, Melchior / Mainerio, Giorgio / Fogliano, Giacomo / Susato, Tielman / Isaac, Heinrich / Préz, Josquin des / anonym
ÜbersetzungSteinitz, Claudia
BearbeitungWenzel, Anna
Werkangabenmit Musik der Renaissance; Großes Recht: Die Musik ist an den Text gebunden
OriginalspracheFranzösisch
AufführungsgeschichteUA: 18.12.19, Opéra national du Rhin, FR-Straßburg („Marlène Baleine“); R: Bérénice Collet
DSE: 2021/22 (06.02.21), Saarländisches Staatstheater, Saarbrücken; R: Bérénice Collet
ÖE/ SE - frei -
PublikationBilderbuch beim Atlantis Verlag
ZusatzinformationBühnenfassung von Anna Wenzel (Mitarbeit: Bérénice Collet)
Besetzungshinweis2 D (Mezzosopran & Sopran), 1 H (Bariton) bei Mehrfachbesetzung + mind. 1 Live-Musiker
TSV-ID1329

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